Seit einigen Wochen kann man über unseren Partner roxxGames die kleinen Flügelchen der Firma KontrolFreek, die auf den Namen SpeedFreek getauft wurden, bestellen.

Diese kleinen Helferlein sollen das Rennsportfeeling mit einem Controller revolutionieren und eine bessere, feinere und genauere Steuerung mit den Analogsticks erlauben. Sie passen exakt auf die Analogsticks der Xbox 360 und des Playstation 3 Controllers. Sie werden ganz einfach oben drauf gesteckt und halten durch ihre Konstruktion von Doppelnasen bombenfest.

Wie funktionieren diese kleinen Flügel nun genau und warum kann man damit laut Hersteller besser Kurven meistern?
Die Idee und Logik dahinter ist so einfach wie genial. Durch den erhöhten Druckpunkt, welcher durch die Flügel realisiert wird, wird der wirkende Hebel auf den Analogstick größer. Das heißt also, dass sowohl der Widerstand reduziert als auch die möglichen anzusteuernden Winkel vergrößert werden. Letztendlich kann man deutlich genauer lenken und gerade Einlenkwinkel, welche nicht den vollen Lenkeinschlag benötigen, lassen sich leichter umsetzen.

Wie muss man sich das vorstellen?
Bei Rennspielen lenkt zu 99,9% jeder Spieler mit dem linken Analogstick des Gamepads. Hierfür werden in der Regel nur die Links- und Rechtsrichtung des Sticks verwendet. Um zu lenken muss der Spieler mit seinem Daumen leichten Druck auf den Analogstick ausüben und diesen dann in die gewünschte Richtung bewegen. Um nun lange Kurven perfekt zu fahren, benötigt es eine Menge Übung dieses ohne Lenkrad zu meistern. Denn der Spielerdaumen muss nicht nur in die Richtung der Lenkbewegung gebracht werden, es muss zudem leichter Druck auf den Stick ausgeübt werden, damit man nicht abrutscht und das ganze so präzise ausgeführt werden, dass der Lenkradeinschlag im Spiel mit der Kurve übereinstimmt.
Das mag bei schnellen Kurven kein Problem darstellen, bei langen Halbkurven wird dies jedoch zur Herausforderung und führt schnell zu Ermüdungen in der Hand. Die meisten Spieler, die ich kenne, kompensieren dies mit einer Art Tackerbewegung. Es wird nicht versucht den genauen Lenkradeinschlag zu erzielen, vielmehr wird der Stick mehrmals voll in die Richtung gedrückt und losgelassen um die Kurve zu halten.
Dies hat in Rennsimulationen einen erhöhten Reifenverschleiß, weniger Präzision und eine unberechenbare Fahrlinie für den Hintermann zur Folge.
Wie aber sollen nun die SpeedFreeks dieses Problem beseitigen?
Ich war wirklich skeptisch und bin den Test mit gemischten Gefühlen angegangen. Mit nun mehr 16 Jahren Racinggame Erfahrung und 3 Jahren realistischem Racing (LFS mit Lenkrad und Pedalen), konnte ich mir das ganze nicht so ganz vorstellen. Vorweg, ich wurde positiv überrascht.
Die Montage der SpeedFreeks ist simpel und von Jedermann zu handeln. Man entnimmt einen Flügel aus der Verpackung und drückt ihn auf seinen linken Analogstick bis er einrastet. Nun dreht man den Flügel so, dass der Daumen genau zwischen den beiden Flügel liegt. Mehr ist nicht zu tun und es kann losgehen. Das zweite Flügelset wird meines Erachtens nicht benötigt für den rechten Analogstick, denn hier wird meistens nur die Blickrichtung aus dem Cockpit simuliert. Das Ganze hat auch einen Vorteil, so man hat einen zweiten Flügel in Reserve, wenn der erste aufgeben sollte.

Als Testszenario habe ich folgendes verwendet:
- Xbox 360 S Slim 250GB
- XBox 360 S Slim Controller schwarz
- F1 2010 Racesim von Codemasters
Wie für unseren Test gemacht, erschien endlich die neue Rennsimulation F1 2010 von Codemasters. Genau für solche Spiele sind die SpeedFreeks konzipiert.
Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass die Flügelchen funktionieren. Ich muss mit meinem Daumen keinerlei Druck auf den Stick ausüben, ich kann ihn einfach in die Richtung bewegen, in die ich lenken will. Dabei liegt der Daumen entspannt auf dem Stick.
Ok, nun musste ich das Ganze genauer testen und habe als erste Teststrecke Monza gewählt. Hier gibt es direkt nach der ersten Schikane eine langgezogene Rechtskurve, die Curva Biassono. Diese Kurve ist ziemlich schwer zu fahren mit einem Analogen Stick. Man muss erst wenig einlenken und dann immer mehr zum Kurveninneren. Nach zwei, drei Runden konnte ich nun mit den SpeedFreeks diese Kurve perfekt ansteuern. Durch den längeren Weg des Sticks und den verringerten Widerstand, konnte ich genau den Lenkradeinschlag halten wie man es mit einem Lenkrad tun würde. Auch die Variante Ascari konnte ich deutlich aggressiver angehen.
Ich war begeistert und musste dies auf Strecken wie Shanghai, Spa und Co testen. Gerade in Spa wird das meistern der Eau Rouge Kurve ein Kinderspiel.
Nun mussten die Flügel den absoluten Härtetest überstehen. Ein komplettes Rennen, inklusive Testsession und Qualifikation in Monaco. Das ganze in Expertensettings ohne Fahrhilfen und brutal schweren Computergegnern. Nach 1 Stunde und 40 Minuten war ich im Ziel und total kaputt. Da lernt man zu schätzen, was die echten Kollegen wie Schumacher und Vettel dort leisten. Die mit Abstand anstrengendste Strecke hat mein linker Daumen erstaunlich gut überstanden, ich hatte nie Ermüdungserscheinungen, was ich von meinem rechten Daumen nicht gerade sagen konnte. Durch das ständige Schalten, pro Runde ca. 200mal und das ständige Umschauen wo die Gegner fahren, war ich doch extrem verspannt und ich merkte nach dem Rennen, ich brauche eine Pause.

Wie haben es die SpeedFreeks überstanden?
Der Sitz der Speedfreeks war immer noch wie bei der Montage bombensicher, die Flügel haben sich allerdings etwas nach außen gedehnt, kurz zusammengedrückt und sie waren wieder enger.
Fazit:
Trotz meiner anfänglichen Skepsis muss ich den SpeedFreeks eine sehr gute 1- erteilen. Sie funktionieren einfach, erleichtern die Kontrolle und das Steuern, schonen den Daumen und sitzen wirklich passgenau auf dem Analogstick. Geübte Fahrer werden mit den SpeedFreeks sicherlich die eine oder andere Sekunde schneller fahren können und in langen Sessions bleibt der linke Daumen fit. Nachteile habe ich eigentlich nur zwei gefunden:
1. Sie hätten stabiler ausfallen können. Sie lassen sich meines Erachtens zu leicht verbiegen. Nach langen Sessions muss man hin und wieder die Flügel zusammendrücken. Zudem könnten die Flügel von sich aus schon ein wenig enger sein.
2. Haben zwei meiner vier Testflügel ziemlich scharfe Kanten und Grade. Hier sollte KontrolFreek etwas mehr Qualitätskontrolle walten lassen und diese vor der Auslieferung entfernen. Allerdings kein Hexenwerk diese selber zu entfernen. Einfach ein kleines Messer und die überstehenden Grade abschneiden.
Ob nun der Kaufpreis gerechtfertig ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich für meinen Teil werde nie wieder ohne SpeedFreeks fahren.
Um eine schnelle Abnutzung der Haltenasen zu vermeiden, sollte man die SpeedFreeks vielleicht auf seinem zweiten Controller montieren und diese montiert lassen. So muss man nicht ständig diese auf und abstecken wenn man mal keine Rennspiele spielt.
Zu der Abnutzung kann ich noch nicht viel sagen, werde dies aber in 2 Monaten ergänzen wenn ich den Langzeittest vollzogen habe.
Positiv:
- leichte Montage
- fester Halt
- Passgenauigkeit
- Lenkpräzision wird erhöht
- Ermüdung des Daumens wird vorgebeugt
- Schnellere Rundenzeiten möglich
Negativ:
- etwas zu leicht biegsam
- teilweise sehr scharfe Kanten
- Qualitätskontrolle seitens KontrolFreek
Erhältlich in den Farben schwarz und weiss
Bezugsquelle: http://www.roxxgames.de
Nochmal einen riesen Dank an roxxGames für die Bereitstellung der SpeedFreeks.

In unserem nächsten Test werden wir die FPS Freeks für den Egoshootereinsatz unter die Lupe nehmen.
Tester: René "Spinnenbein" Winterfeldt
Copyright 2010: René Winterfeldt